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  • Posted 15. September 2016

Duzen oder Siezen: 10 Fakten, die bei dieser Entscheidung helfen

Duzen oder Siezen? Diese Entscheidung hat vermutlich jeder in seinem Leben mehr als einmal treffen müssen. Die Pro- und Kontra-Argumente variieren je nach Situation. Die Einflussfaktoren allerdings bleiben dieselben: Knigge, Kultur, Ethik, Rangordnung, Zeitgeist und noch viele weiteren.

 

Aber einen Haken hat die Sache mit der Anrede: Je mehr wir darüber nachdenken, desto komplizierter wird sie. Das ist allerdings kein Grund zur Verzweiflung. Denn wir haben für Sie Informationen und Entscheidungshilfen gesammelt, mit deren Hilfe Sie garantiert nicht ins Fettnäpfchen treten werden!

 

Fakt 1: Distanz liegt uns im Blut

Die Bestimmung der Distanz zu unserem Gegenüber ist uns Menschen angeboren. Noch bevor wir bewusst unsere Überlegungen über das Duzen oder Siezen und die dadurch jeweils vermittelte Distanz beginnen, reagiert unser Gehirn schon instinktiv auf unser Gegenüber. Peter Walschburger, Professor für Biopsychologie an der Berliner Freien Universität, erklärt in einem Interview: Lebewesen, die – wie wir Menschen – in sozialen Gruppen leben, suchen seit uralter Zeit die Nähe verwandter, vertrauter oder mindestens bekannter Artgenossen und meiden eher fremde Sozialpartner. Distanzregulierung ist deshalb ein grundlegendes Geschehen in der Natur sozialer Beziehungen. Vor allem beim Menschen dürfen wir uns nicht nur auf die räumlich-metrische erfassbare Distanz beschränken, sondern müssen etwa den freundlichen oder abweisenden Gesichtsausdruck mitberücksichtigen, aber auch den Blickkontakt, die Gestik, schließlich auch sprachliche Äußerungen wie das Duzen oder Siezen.

Mit kleinen Tricks lässt sich die unterbewusst erschaffene Distanz allerdings beeinflussen. Einer dieser Tricks ist das Verschenken von Giveaways: Lassen Sie beispielsweise Thermobecher bedrucken und schenken Sie Ihren Kunden. Damit schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Geschenke werden zunächst immer als positiv empfunden und unterstützen aktiv bei einer Annäherung. Gleichzeitig wird der beschenkte Kunde bei jeder Nutzung mit Ihrem Logo konfrontiert und hat so Gelegenheit dazu, sich an Sie zu gewöhnen und die ursprüngliche Distanz zu verringern.

 

Fakt 2: Der Knigge besteht auf dem “Sie”

Zunächst ist die Anrede als Äußerung der Höflichkeit bekannt. Was es in diesem Zusammenhang zu wissen gibt, verrät der Knigge (http://www.knigge.de): Jede volljährige Person hat nach allgemeiner Auffassung ein Recht darauf mit „Sie“ angesprochen zu werden. Dies ist die Regel, das „Du“ demnach die Ausnahme.

Tatsächlich kommuniziert das “Siezen” in erster Linie Distanz und Respekt. Zu Beginn der Kommunikation zwischen zwei Seiten ist es laut Knigge Pflicht. Gerne kann sie später überbrückt werden. Nur eben nicht von jedem. Genauer gesagt darf das “Du” nur von bestimmten Personen bzw in bestimmten Verhältnissen angeboten werden.

Der Rang: “Du” gibt’s nur von oben nach unten

Ein Ranghöherer darf einem Rangniedrigeren gerne nach Belieben das “Du” anbieten. Ihm steht die Wahl zwischen Duzen oder Siezen frei: Ein Chef – seinem Angestellten, ein Lehrer – seinem Schüler, etc.. Die Hierarchie ist einzuhalten. Ausnahmen gibt es laut Knigge gar nicht erst. Sollte kein Rangunterschied bestehen, gelten andere Faktoren. Im Berufsleben z.B. die Dienstjahre. Duzen oder Siezen – diese Entscheidung ist nur “den Oberen” gegeben. Von unten nach oben das “Du” anzubieten zeugt von unglaublich schlechten Manieren und könnte außerdem Autorität untergraben. Es sollte also grundsätzlich nicht vorkommen. Ausnahmslos.

Das Geschlecht: Ladies first

Der Herr hat der Dame Ehre zu erweisen. Eine alte, ja sogar antike Tradition, die mit der Zeit immer stärker bekämpft wird. Ironischerweise hauptsächlich von – emanzipierten – Frauen. In dem Knigge hat sie sich allerdings noch gehalten und weist an: Die Dame ist diejenige, die zum “Du” auffordert.

Das Alter: Zuerst war das Huhn

Ein Älterer kann einem Jüngeren gerne das “Du” anbieten. Anders herum gehört sich das nicht. Es sei denn, der Jüngere ist zufällig kein “Er”, sondern eine “Sie”. Oder “Er-Sie-Es” ist Chef und der Ältere – der untergebene Angestellte. Dann sieht die Sache schon wieder ganz anders aus.

 

Fakt 3: Zeiten ändern sich. Anreden auch

Wer mindestens einen der Knigge-Vorsätze für antiquiert gehalten hat, wird umso besser verstehen, warum diese, zugegeben, recht konservative Regelung heute größtenteils aufgeweicht ist. Schuld daran sind zwei Phänomene:

Die Globalisierung:

In unserem großen Dorf namens “Welt” herrscht nun einmal mehrheitlich die Englische Sprache. Und die hält den erkennbaren Unterschied zwischen “Siezen” und “Duzen” für überbewertet und weiß daher – zumindest seit William Shakespeare, der im Englischen als letzter noch zwischen “you” und “thou” unterschied – eines ganz genau: “You” ist “you” bleibt “you”. Wem das nicht reicht, bedenke noch die Bräuche und Kulturen anderer Länder.

Lassen Sie dieses Beispiel auf sich wirken: In Schweden gilt das “Duzen” für prinzipiell alle. Außer der Königsfamilie. Der bekannte schwedische Möbelriese IKEA geht unter diesen Umständen noch einen Schritt weiter und “duzt” seine Kunden gleich weltweit. Doch nicht überall geht das Konzept auf: Wird im Möbelhaus selbst per Lautsprecher geworben, hält man sich an die Firmenphilosophie und “duzt” was das Zeug hält. In Umfragen behauptet allerdings – gerade in Deutschland – ein bedeutender Anteil der IKEA-Kunden immer wieder, lieber “gesiezt” zu werden.

Aber auch wenn wir einen kurzen Moment lang so tun, als würde diese Anrede vor allem ein Gefühl der gemeinsamen Einheit hervorrufen… Was bedeutet es dann, wenn aus den Lautsprechern plötzlich schallt: “Gesucht wird der Halter des Fahrzeugs mit dem Kennzeichen DU DA 496. Bitte melden Sie sich umgehend an der Information!”? Ist der angesprochene Fahrzeughalter jetzt aus dieser Gemeinschaft ausgeschlossen worden? Nein. In der Spiegel-Kolumne “Zwiebelfisch” erklärt Journalist und Autor Bastian Sick: Bei “…komm bitte zur Information” hätte der Fahrzeughalter – definitiv mindestens 18 Jahre alt – die Ansage gar nicht auf sich bezogen, sondern wahrscheinlich eher auf ein Kind im Kinderparadies. Ein Paradebeispiel dafür, wie “Die Sache mit dem Duzen” auch nach hinten losgehen kann.

Die Moderne:

Früher, da war alles anders!” Wer kennt ihn nicht, diesen Satz? Und tatsächlich: Hierarchien waren strikter. Branchen waren konservativ. Kommunikation war noch konservativer. Für das Duzen oder Siezen ist heute wirklich vieles anders: Hierarchien werden flacher. Branchen werden moderner. Die Kommunikationskultur geht mit: Medien, Kunst und Kultur haben sich fast vollständig ins “Du” verabschiedet. Wacker halten sich lediglich traditionelle Branchen wie Jura, Medizin und das Bank- und Finanzwesen.

Vor diesem Hintergrund entlarvt die Karrierebibel, wie es um das moderne “Sie” und das angeblich noch modernere “Du” wirklich steht: Die Tendenz zum “Sie” und zum “Du” scheint unter anderem altersgruppen-abhängig geprägt zu sein. Durch das spontane, ungefragte “Duzen” fühlen sich verschiedene Altersklassen in unterschiedlichem Maße beleidigt:

  • 20-29-Jährige: 22%
  • 60-69-Jährige: 50,9%
  • 70-Jährige und älter: 69,3%

Ist Ihnen an einer modernen Herangehensweise gelegen, so lässt sich auch hier hervorragend tricksen: Wählen Sie moderne, zeitgemäße Kundengeschenke und lassen beispielsweise USB-Accessoires oder Powerbanks bedrucken, signalisieren Sie Ihre Absicht, einen frischen, jungen Wind in die Kommunikation zu bringen. Bevorzugen Sie einen eher formalen und traditionellen Umgang mit Ihren Kunden, so unterstützen Sie dabei klassisch-elegante hochwertige Kugelschreiber, Weinflaschen oder Präsentkörbe.

 

Fakt 4: Im Job ist die Anrede Einstellungssache

Chef siezen, Kollege duzen? Naheliegend, aber nicht unbedingt richtig. Die Anrede im Job hängt von drei Faktoren ab:

  • allgemeiner Firmenphilosophie
  • persönlicher Einstellung
  • persönlicher Komfortzone

Wer wie anzusprechen ist, wird hier zu einer ganzen Wissenschaft. Nur der Schlüsselaspekt bleibt immer Respekt. Mit “Sie” und “Du” ist er allerdings nicht eindeutig verbunden: Das “Sie” garantiert ihn nicht. Das “Du” verneint ihn nicht. Aber was unterscheidet einen “Du-Denker” von der “Sie-Seite”?

Dem Zweifelnden hilft eine Statistik der Karrierebibel:

Der “Du-Denker”…

…sieht das Duzen als einen Schlüssel für reibungslose Arbeit und Kommunikation. Es…

  • sorgt für flachere Hierarchien
  • verringert formale Barrieren
  • öffnet die Gemeinschaft gegenüber neuen Kollegen
  • stärkt den Teamgeist

Immerhin 23,8% aller Befragten halten das “Du” für zeitgemäß und im Büro angemessen und das “Sie” für höflich, aber zu steif und antiquiert.

Die “Sie-Seite”…

…betrachtet die durch das “Siezen” vermittelte Distanz als Sicherheitsabstand und oft auch als Respektzeichen. Das “Du”, so findet sie,…

  • simuliert Augenhöhe und bewirkt falsche Vertrautheit
  • ist – vor allem für Frauen – ein Eindringen in die persönliche Komfortzone
  • verschlechtert die Streitkultur: Durch die fehlende Distanz führt das “Du” beim Streit zu viel persönlicheren Angriffen, als das “Sie”. Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Streit-per-Du unter die Gürtellinie zu geraten, ist besonders hoch. “Man kann per Sie einfach respektvoller streiten.”, erklärt Arbeits- und Gesundheitspsychologe Tim Hagemann, Prorektor an der Bielefelder Fachhochschule der Diakonie.

Vor allem Frauen ist sehr am beruflichen “Sie” gelegen: Unter den Befragten wollten 34,1% der Männer und ganze 43,2% der Frauen gesiezt werden. 15% halten den Job für komplett duzfreien Raum. Für 61,2% hängt diese Entscheidung zwischen Duzen oder Siezen vom Einzelfall ab. Bei einigen Unternehmen beispielsweise sei der Übergang zum “Du” ein Aufnahmeritual.

 

Fakt 5: Erst fragen, dann duzen

“Wann hast du eigentlich zum letzten Mal deine Matratze ausgewechselt?”. Bumm. Alleine über diesen Satz – wortwörtlich im IKEA-Katalog gefunden – stolpert man gleich zweimal. Aber was ist das jetzt: ein genialer Blickfang oder eine unerhörte Frechheit? Ohne nachzufragen bahnt sich diese Werbung den Weg durch die Komfortzone des Kunden: Durch das Tor vom “Sie” zum “Du” und dann auch gleich direkt weiter ins Schlafzimmer.

Umfragen der Karrierebibel zufolge sind 38,7% aller Befragten pikiert und beleidigt, wenn sie ungefragt geduzt werden.  Verständlich, denn: Ungefragtes Duzen gilt als respektlos und könnte bedrängend wirken. Hierzu stellt Profikaufmann und Projektmanager Oliver D. Doleski im Geschäftsmodell-Forum, einer renommierten unternehmerischen Plattform für Geschäftsmodellevolution, Folgendes fest: Angesichts des Umstandes, dass die Unternehmen ihre Kunden ohne deren Einverständnis Duzen ist nicht von der Hand zu weisen, dass einige Menschen den Gebrauch eines nicht angebotenen „Du“ als unangebracht, aufdringlich bis anmaßend empfinden. Bedenklich ist dies immer dann, wenn gerade wirtschaftlich starke Kundengruppen dem allgegenwärtigen „Du“ kritisch gegenüberstehen und auf professionelle Distanz und Seriösität auch in der Kundenansprache Wert legen sollten.”

 

Fakt 6: Duzen oder Siezen – keine Frage von Kompetenz

Duzen oder Siezen entscheidet nicht darüber, wie kompetent und seriös man wirkt. Das entscheidet man mit Hilfe von Inhalten, dem eigenen Auftritt und dem Benehmen gegenüber privaten und beruflichen Kontakten und Gesprächspartnern.

Noch deutlicher sieht man das am Online-Marketing: Im deutschen Web wird inzwischen in 80% aller Fälle das “Du” als emotionaler, persönlicher etc. bevorzugt. Der Hintergrund ist allerdings überraschend pragmatisch und einfach: Bei dem Ausfüllen von Formularen spart das “Du” mindestens eine auszufüllende Zeile – die der Anrede. Warum das wichtig ist? Eines der Erfolgskriterien von Online-Marketing ist bei Websites die Konversionsrate (“Conversion Rate”): Die Anzahl der erfolgreichen Website-Besuche im Verhältnis zur gesamten Website-Besucherzahl. Einer der angestrebten “Erfolgsfaktoren” ist die Anmeldezahl auf einer Website. Die sinkt allerdings mit jedem Feld, die der Anmelder aufzufüllen hat.

 

Fakt 7: Das “Du” beginnt ab 1000 Meter über Normalnull

Knigge hin oder her – im Alltag gelten oft ungesprochene Gesetze, was das Duzen oder Siezen anbelangt. In diesen Fällen entscheidet die Situation darüber, wieviel Distanz tatsächlich angebracht ist. Ein Beispiel: Im US-amerikanischen Film “Closer” (dt.: “Hautnah”) wird kulturgemäß… “geyouzt”. Für die deutschen Untertitel bedeutet das: freie Wahl. Je nach Situation, natürlich. Mit einem irreführenden Ergebnis: Erst nach dem ersten leidenschaftlichen Kuss der beiden Hauptdarsteller hielten die Übersetzer ein “Du” für angemessen. … Heißt das jetzt, dass das “Du” erst nach dem ersten Kuss anfängt?

Natürlich nicht. Vielmehr orientiert man sich an der jeweils notwendigen und angebrachten Nähe oder Distanz.  Das Resultat kann sich sehen lassen: Neben dem allgemeinen, kumpelhaften “Du” gibt es im Deutschen noch viele weiteren “Du”-Arten: Das “Vereins-Du”, das spätestens beim Verlassen des Stammtisches oder Vereinsparkplatzes verbleicht. Das “Seminar-Du”, das während eines Seminars Hierarchien verschwinden lässt und sich mit dem letzten Wort der Abschlussrede in Luft auflöst. Das “Gipfel-Du”, das ab 1000 Meter über Normalnull beginnt – einer Höhe, bei der man sich zumindest so nahe stehen sollte, dass man auf die eigene “Bergsteiger”-Sicherheit vertrauen kann. Das “Tramper-Du”, das dem “Kannste mich n Stück mitnehmen?” ein Bisschen mehr “Du kannst mich doch nicht hier stehen lassen!” verleiht. Das “Genossen-Du”, auf dessen Angebot seitens Helmut Kohl de Maizière einst antwortete: “Herr Bundeskanzler, ich habe nicht 40 Jahre DDR-Genossen-Du überstanden, um mich nun in der Bundesrepublik gleich wieder duzen zu lassen.“ Und, schließlich, das “Kassiererinnen-Du”, das im Normalfall nur bis zum Ende des Arbeitstages oder einer Schicht durchhält: “Frau Meier, gib mir mal den Schlüssel!”

Schlechter sieht es da mit den “Sie”-Optionen aus. Wer aber unbedingt von dem starren, klassischen “Sie” weg möchte, hat immerhin das “Hamburger-Sie” zur Hilfe: “Dieter, Sie haben Post!” Sollte sich Ihr Gegenüber allerdings nicht mit Vor-, sondern mit Nachnamen bei Ihnen vorgestellt haben und der Vorname nur zufällig ans Licht gekommen sein, liegt die Vermutung nahe, dass das seinen Grund hat. In diesem Fall ist also auch das “Hamburger-Sie” schon zuviel des Guten.

 

Fakt 8: “Jugend-Du” und “Party-Du” sind Ausnahmezustand!

Kleine Kinder duzen jeden. Zwischen Duzen oder Siezen wird da gar nicht erst gewählt. Jugendliche duzen Freunde und Familie. Und so manch anderen auch noch. Wie’s halt gerade passt. Auch das ist normal. Ab einem bestimmten Alter ist allerdings das “Sie” an der Tagesordnung. Das kumpelhafte “Jugend-Du”, mit dem man sich vor allem außerhalb des Büros verzweifelt zu verjüngen versucht, klingt bei Älteren oft einfach peinlich. An einem Punkt stolpert wohl sogut wie jeder darüber: Bei Freunden der eigenen Kinder. Ihnen gegenüber sollte das “Du” nur in einer angebrachten Situation angeboten werden.

Ähnliche Peinlichkeiten können beim “Party-Du” auftauchen, das z.B. bei einer feuchtfröhlichen Firmenfeier ungezwungen mit dem Chef plaudert. Unter gewissen Umständen könnte eine Begrüßung à la “Moin Manfred!” am Folgetag mehr als peinlich sein! Deswegen überlassen Sie es am Folgetag auch dem Chef, Sie zuerst mit “Du” anzusprechen – wenn er sich überhaupt noch daran erinnert. Sollte er das nicht tun, bleiben Sie im eigenen Interesse bitte beim “Sie”.

 

Fakt 9: Der Weg zum “Du” ist eine Einbahnstraße

Wenn man sich mit dem “Du” nicht wohlfühlt, sollte man beim “Sie” bleiben. Klingt einfacher, als es ist. Immerhin ist ein “Du” ein Angebot der Nähe und Ablehnung oft eine Beleidigung für den Anbieter.

Will man gar kein “Du”, sollte man seine Ablehnung mit einer Erklärung begleiten. Bestenfalls mit einer, die der Fragende nicht persönlich nehmen kann. “Vielen Dank für das Angebot, aber ich bleibe im Berufsleben allgemein lieber beim “Sie”.” ist nur eine der möglichen Antworten. Immerhin versteht der Fragende, dass die Ablehnung nicht explizit gegen ihn gerichtet ist.

Grundsätzlich sollte aber auch das “Du”-Angebot selbst nicht zwingend sein. Bietet man das “Du” an, ist es immer gut, dem Gegenüber dann auch wirklich eine Wahl zu lassen: “Sie können mich gerne duzen, wenn Sie wollen.” gibt dem gefragten “Sie” die Chance, eine ehrliche und umso wertvollere Entscheidung zu treffen.

Und dann wäre da noch die Möglichkeit, vom “Du” wieder zum “Sie” zurückzukehren. Nicht. Sollten Sie zum “Du” zurückwollen, haben Sie nur eine Chance: Innerhalb von 24 Stunden können Sie über das “Du”-Angebot “geschlafen haben” und zu dem Entschluss gekommen sein, dass es doch angebrachter wäre, beim “Sie” zu bleiben. Auch hier wieder mit möglichst allgemeiner Erklärung. Dass Ihnen das übelgenommen wird, ist trotzdem nicht ausgeschlossen. Sollten Sie länger als 24 Stunden brauchen, um das “Du” zu widerrufen,… vergessen Sie diesen Gedanken wieder. Denn in einem solchen Fall ist eine persönliche Beleidigung garantiert und könnte für Sie irgendwann unangenehme Folgen bedeuten.

Innerhalb ganzheitlicher Marketingkonzepte sollte das Hin-und-Her zwischen Du und Sie dringend vermieden werden: Das wirkt unordentlich, unaufmerksam, unprofessionell und patzig. Gerade im Marketing ist daher eine Anrede innerhalb der eigenen Komfortzone besonders wichtig. Nur wenn man sich mit der gewählten Anrede wohl fühlt, wirkt das Marketing auch wirklich authentisch. Auf internationaler Ebene bietet sich deswegen an, den kulturaffinen Rat von Muttersprachlern einzuholen. Alternativ bleibt man dann bei der Weltsprache “Englisch” und dem allseits neutralen “you”. Shakespeare wird Ihnen das verzeihen.

 

Fakt 10: Das “Du” einzufordern macht klein

Was tun, wenn Ihnen der Chef das “Du” anbietet? Eine Ablehnung wäre riskant und könnte die Gunst beim Vorgesetzten mindern. Eine Zustimmung – bei Kollegen eventuell auf Ablehnung und Unverständnis der Marke “Na du Schleimer, bist jetzt wohl des Chefs Liebling, was?” stoßen. Überlegen Sie gut, wieviel Nähe zum Chef in der gegebenen Situation angebracht bzw. hilfreich ist. Beobachten Sie im Zweifelsfall die Anrede zwischen Chef und dienstälteren Kollegen. Sollte keine klare Linie zu erkennen sein – fragen Sie nach der firmenüblichen Anrede, bevor Sie voreilige und möglicherweise falsche Schlüsse ziehen!

Das gilt übrigens auch für den Fall, dass Sie kein “Du” angeboten bekommen: Fragen Sie lieber Kollegen nach der Unternehmensphilosophie beim Duzen oder Siezen, als Schlüsse zu ziehen und sie direkt persönlich zu nehmen. Und auch wenn sich im restlichen Unternehmen das “Du” durchgesetzt hat, heißt es hier: Geduldig warten, bis es sich auch bei Ihnen ergibt. Denn das “Du” einzufordern macht klein!

 

Am Ende ist die Sache mit dem Duzen oder Siezen viel einfacher, als sie auf den ersten Blick scheint. Mit den Worten des deutschen Politikers Herbert Wehner: “Das können Sie halten wie du willst!”

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